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- aktualisiert am 08.03.2015 -

Hornissen Grundwissen
(ohne Fotos)

Steckbrief Hornisse - die wichtigsten Informationen auf einen Blick:
  • Wissenschaftlicher Name => Vespa crabro
  • Farbformen => Vespa crabro crabro Linnaeus, 1758 und Vespa crabro germana Christ, 1791
  • Verbreitung => in Europa bis zum 63sten Breitengrad; USA, Kanada, Asien
  • Körpergröße => Königin bis zu 35mm, Arbeiterin 18-25mm, Drohn 21-28mm
  • Lebenserwartung => Arbeiterin 3 - 4 Wochen, Königin 1 Jahr
  • Ernährung der Brut => es werden Insekten erbeutet, daher wichtige Regulatoren im Naturgefüge
  • Ernährung der Arbeiterinnen => fast nur Kohlehydrate (Baumsäfte, Nektar, Fallobst, Honigtau)
  • Nestgründung => erfolgt Ende April / Anfang Mai; allein durch eine begattete Jungkönigin
  • Nistplatz => in Hohlräumen wie Baumhöhlen, Vogelnistkästen und auch Rollladenkästen
  • Nestgröße => 60 cm Länge, 30 cm im Durchmesser (je nach Platzangebot auch > oder < )
  • Filialbildung => bei zu kleinen Nisthöhlen vermögen Hornissen eine Filiale zu gründen
  • Volksstärke => im Hochsommer 400 - 700 Individuen gleichzeitig
  • Paarung => Ende September / Anfang Oktober an schönen Herbsttagen
  • Überwinterung => nur die begatteten Jungköniginnen überwintern (einzeln)
  • Verhalten => erstaunlich friedfertige Tiere, die nie grundlos angreifen; Stich nur bei Verteidigung
  • Stich => Der Stich ist nicht gefährlicher als der einer Honigbiene, Drohnen haben keinen Stachel
  • Allergische Reaktionen nach einem Stich => treten nur bei etwa 2 -3% der Bevölkerung auf
  • Bestandsgefährdung => regional stark bedroht oder bereits ausgestorben
  • Schutz => Hornissen sind in Deutschland nach BArtSchV und BNatSchG besonders geschützt.
                     (Rechtliche Grundlagen siehe Hauptseite Teil 4)

ALLGEMEINE INFO

Ab Anfang Mai bei genügend hoher Tagestemperatur erwacht eine im Herbst des Vorjahres geborene und begattete Jungkönigin aus ihrem Winterschlaf. Der Frost konnte ihr wenig anhaben, denn sie hat im Holz eines morschen Baumes oder im Erdreich den Winter überstanden. Während dieser Zeit arbeiteten alle Organe auf "Sparflamme", in ihrem Körper wurde außerdem der überlebenswichtige "Frostschutz" Glyzerol produziert. Zuerst unternimmt sie nun Erkundungsflüge nach einem geeigneten Nistplatz und stillt ihren Hunger am Saft blutender Bäume; erste Beuteinsekten werden gefangen.

Da natürliche Baumhöhlen selten geworden sind, sucht sie sich oft eine Ersatzhöhle im menschlichen Siedlungsbereich. Solche gern aufgesuchten Nistplätze sind Vogelnistkästen, alte Schuppen, Holzverschalungen an Terrassen und Balkonen, aber auch Rollladenkästen und Nischen in Dachböden. Recht selten dagegen findet man unteririsch angelegte Hornissennester.

Hat sich die Hornissenkönigin für einen Standort zur Koloniegründung entschieden, heftet sie hier zunächst einen kleinen Stiel aus selbstgefertigtem Baumaterial an die Decke der Nisthöhle und formt anschließend an dessen Ende die ersten sechseckigen Wabenzellen aus. An die ersten Zellen baut sie weitere an (max. 40-50), bald werden alle mit einem Ei belegt sein. Nach fünf bis acht Tagen entwickelt sich daraus jeweils eine kleine Larve. Diese entwickelt sich über ein Puppenstadium zu einer Hornisse.

Sobald die ersten fünf bis zehn Arbeiterinnen (nicht begattungsfähige Weibchen, auch Hilfsweibchen genannt) so gegen Anfang Juli geschlüpft sind, fliegt die Königin immer seltener aus, denn alle anfallenden Aufgaben übernehmen jetzt nach und nach die Arbeiterinnen. Diese Tiere sind deutlich kleiner (18-25mm) als die Königin (bis zu 35mm), ihre Lebenserwartung beträgt nur etwa zwei bis sechs Wochen. Schlüpfen weitere Arbeiterinnen, wird die Königin bald ihre Ausflüge ins Freie beenden. Die gefährlichste Zeit für das Hornissenvolk ist jetzt überstanden, denn der Königin kann im Nest nur noch wenig zustoßen. Die Königin ist ab diesem Stadium mit der Eiablage bis zu ihrem Lebensende voll ausgelastet.

Von morschem Holz, dem Grundstoff für den Hornissenbau, beißen die Tiere mit ihren Kieferzangen Splitter um Splitter ab und vermischen sie mit Speichel. Kräftig durchgekaut werden diese dann mit dem ersten Beinpaar zu einem Kügelchen geformt. Die Stellen, wo Hornissen morsches Holz abgeraspelt haben, sind übrigens deutlich zu erkennen. Ist genügend Material gesammelt, wird zum Nest geflogen und an Waben oder Nesthülle weitergebaut. Der Speichel der Tiere dient dabei als Klebstoff. Diese weiche Masse trocknet sehr schnell zu einer papierartigen Schicht.

In der Zeit zwischen Mitte August und Mitte September erreicht das Hornissenvolk seinen Entwicklungshöhepunkt. Es kann dann 400 - 700 Tiere zählen; das Nest ist ca. 60 cm hoch. In Hohlräumen angelegte Nester müssen sich natürlich am verfügbaren Raum orientieren.

Die Königin ist in der Lage ganz gezielt Eier abzulegen, aus denen ab jetzt nur noch die Drohnen genannten Männchen ( Größe 21-28mm) oder Jungköniginnen schlüpfen. Die Geschlechtszugehörigkeit wird letztendlich durch eine kontrollierte Abgabe von Spermien zu den Eiern - erst kurz vor der Ablage - bestimmt. Die Hornissenkönigin bevorratet die Spermien, die sie bereits nach der Begattung im Herbst für ihr ganzes Leben erhalten hatte, im so genannten Receptaculum seminis. Aus unbefruchteten Eiern entwickeln sich Drohnen, aus befruchteten Eiern Jungköniginnen.

Das Erscheinen der ersten Geschlechtstiere kündet bereits den Untergang des Hornissenstaates an. Die Arbeiterinnen vernachlässigen allmählich die alte Königin, sie wird nicht mehr richtig versorgt. So verlässt sie schließlich das Nest und stirbt mit einem Lebensalter von etwa einem Jahr. Die Arbeiterinnen sind jetzt nur noch mit der Fütterung der Geschlechtstiere beschäftigt. Durch die reichliche Aufnahme von tierischem Eiweiß und Kohlenhydraten verschaffen sich die Jungköniginnen die notwendigen Reserven für die lange Überwinterungsphase.

An schönen Herbsttagen schwärmen die Geschlechtstiere aus und sammeln sich oft an einzeln stehenden Bäumen oder in unmittelbarer Umgebung vom Nest zur Paarung. Jungköniginnen können mehrmals begattet werden. Die kurzlebigen Männchen sterben anschließend nach wenigen Wochen (allerdings nicht durch Verletzungen die während der Paarung auftreten wie beispielsweise bei den Honigbienen - sie können sich durchaus mehrfach paaren). Die begatteten Jungköniginnen suchen sich nun für den Winter einen geschützten Unterschlupf mit geringen Mikroklimaschwankungen, wo sie bis zum nächsten Frühjahr ruhen.

Da die Arbeiterinnen nur eine kurze Lebensdauer von drei bis vier Wochen haben, sterben die letzten Anfang November, womit dann auch das letzte Leben im Nest erlischt. Es erfolgt keine Wiederbesiedlung des alten Nestes im nächsten Jahr. Viele Jungköniginnen überstehen den Winter nicht, da sie Pilzinfektionen oder anderen Krankheiten zum Opfer fallen. Außerdem werden sie in der Winterstarre von Vögeln oder anderen Insektenfressern verzehrt.


BESONDERS WISSENSWERTES

Die Hornisse tritt in Deutschland mit zwei Farbformen auf. Die mehr westlich und südlich verbreitete Vespa crabro var. germana, auf diesem Foto abgebildet, trägt eine rote V-Zeichnung auf der Mittelbrust.

Die Vespa crabro var. crabro bewohnt dagegen ausschließlich den Norden unserer Republik. Der Nominatform fehlt die für Vespa crabro var. germana typische rote, V-förmige Zeichnung auf dem Mesoscutum; die rote Färbung ist häufig reduziert und das Stirnfeld in der Umgebung der Ocelli geschwärzt.

In Deutschland existieren auch intermediäre Formen. Gelegentlich können beide Farbformen sogar im selben Volk angetroffen werden.

Ein großes Hornissenvolk kann an einem Tag bis zu einem halben Kilo für den Menschen oft lästige Insekten an seine Brut verfüttern. Das entspricht dem Tagesbedarf von fünf bis sechs Meisenfamilien! Stellt man das geringe Gewicht der Beutetiere, wie Fliegen, Bremsen, Spinnen, Raupen oder auch Wespen, in Rechnung, gelangt man zu ungeheuren Individuen­zahlen. Hornissen fangen fast nur lebende Beutetiere und gehen so gut wie nie an Aas! Nachts fangen Hornissen viele dämmerungs- und nachtaktive Insekten, denen sonst, außer Fledermäusen, zu diesen späten Stunden kaum noch sonstige Insektenjäger nachstellen.

Hornissen fallen nicht wie die manchmal lästig werdenden Wespen im Hochsommer auf der Terrasse über den Kuchen her, sie interessieren sich auch nicht für das Speiseeis der Kinder. Es besteht also keine Gefahr, von einer Hornisse im Mund -/Rachenbereich gestochen zu werden!

In Ermangelung natürlicher Nisthöhlen siedeln sich Hornissenköniginnen im Frühjahr manchmal in Vogelnistkästen an, die aber zu wenig Raum zur vollen Entfaltung des Hornissenstaates bieten. Bereits im Frühsommer, wenn das Hornissenvolk auf 25 bis 30 Tiere angewachsen ist und drei bis vier Wabenetagen bewohnt, sind die Grenzen für ein weiteres Wachstum in dieser "Unterkunft" erreicht. So ergibt sich für das Hornissenvolk nur die Möglichkeit, außerhalb des Kastens weiterzubauen (wenig Wetterschutz!) oder einen neuen Standort zu suchen. Im letzteren Fall finden Erkundungsflüge in der näheren Umgebung durch "Suchhornissen" statt (vergleichbar mit den Bienen-Kundschafterinnen). Nach erfolgreicher Suche werden hier - in der neuen, größeren Nisthöhle - neue Waben gebaut. Anschließend fliegen einige Arbeiterinnen mit der Königin zu dem neuen Nest. Dieser Vorgang wird "Nestversetzung" oder "Filialbildung" genannt. Zwischen dem neuen und dem alten Nest entsteht dann ein regelrechter Pendelverkehr. Die Brut im Stammnest schlüpft nach und nach, und die entwickelten Hornissen fliegen von hier ebenfalls zum neuen Standort. Dabei stirbt das "Stammnest" aus. Offensichtlich sind Hornissen in der Lage, andere Hornissen zum neu ausgewählten Nest zu lotsen.


Hornissen sind in Deutschland besonders geschützte Tiere

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) § 39, Stand 25. März 2002, sind wildlebende Tiere geschützt. Der allgemeine Schutz (§ 41 BNatSchG) wildlebender Tiere ist in den Naturschutzgesetzen der Länder geregelt.

Die einheimische Hornisse (Vespa crabro) zählt wegen ihrer akuten Bestandsgefährdung zu den besonders geschützten Arten. Sie wurde am 01.01.1987 in das Artenschutzgesetz aufgenommen und ist somit in Deutschland gesetzlich geschützt (BArtSchVO Anlg.1 in Verbindung mit § 42 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Ein Verstoß gegen diese Schutzbestimmung kann mit bis zu 50.000 Euro Bußgeld geahndet werden (§ 65 BNatSchG).

Sie darf nicht getötet, und ihr Nest darf nicht zerstört werden! Ausnahmen/Befreiungen von den Schutzbestimmungen dürfen nur von den zuständigen Behörden für Naturschutz und Landschaftspflege ausgesprochen werden (§ 62 BNatSchG).


Hornissenstich

Die Hornisse (Vespa crabro) wird vielfach heute noch als gefährlich eingestuft und stößt oft auf Ablehnung. Daran sind häufig falsche Vorstellungen über Verhaltensweisen der Hornissen und die Wirkung ihrer Stiche schuld. "Sieben Hornissenstiche töten ein Pferd, drei einen Erwachsenen und zwei ein Kind". Dieser Irrglaube hat sich seit Generationen gehalten und wohl dazu geführt, dass in manchen Gegenden die Hornissen durch gnadenlose Verfolgung recht selten geworden sind. In vielen Regionen Mitteleuropas ist die Hornisse mittlerweile sogar vom Aussterben bedroht.

Wie alle anderen staatenbildenden Insekten verteidigen Hornissen nur ihr Volk und ihre Königin gegen tatsächliche oder vermeintliche Angriffe auf das Nest. Deshalb muss grundsätzlich zwischen zwei Verhaltensweisen unterschieden werden, dem Verhalten im unmittelbaren Nestbereich (Radius von 2-3m) und dem außerhalb des Nestbereiches. Selbstverständlich sind Störungen, wie heftige Bewegungen, Blockieren der Flugbahn sowie Erschütterungen am Nest, grundsätzlich zu vermeiden. Bei behutsamer Annäherung und ruhigem Verhalten ist es aber durchaus möglich, das rege Leben und die ständigen Flugbewegungen der Hornissen ganz aus der Nähe zu verfolgen, ohne gestochen zu werden. Hornissen verteidigen sich nur, wenn sie im unmittelbaren Nestbereich gestört werden. Außerhalb dieser Zone sind Hornissen nie angriffslustig.

Hornissen sind friedfertige Tiere, die nicht grundlos angreifen. Sie sind sogar scheuer als Honigbienen und ziehen es immer vor, einem Konflikt durch Flucht auszuweichen. Wissenschaftlich ist längst erwiesen, dass Stiche von Hornissen nicht gefährlicher sind als die von Bienen und Wespen. Bedingt durch ihre beachtliche Größe und die lauten Fluggeräusche lösen Hornissen oft unbegründete Ängste aus. Wer dann, um die Tiere abzuwehren, um sich schlägt, könnte eventuell gestochen werden. Für den gesunden Menschen stellt ein Hornissenstich keine besondere Gefahr dar. Hornissengift ist nicht toxischer als Bienen- oder Wespengift. Bei dem Vergleich der Giftmenge, die in 50% aller Fälle zum Tode führt (LD50), wird deutlich, dass Bienengift eine um den Faktor 1,7 - 15 höhere Wirksamkeit hat als das Gift der Hornisse. Wenn die Einstichstelle sofort ausgesaugt und gekühlt wird, tritt - wie nach einem Bienenstich - eine schnelle Linderung ein. Der Stich einer Hornisse wird jedoch subjektiv als etwas schmerzhafter empfunden als der einer Biene oder einer anderen Wespe. Das liegt zum einen am längeren und stärkeren Stachel der Hornisse, zum anderen an der Giftkomponente Acetylcholin, der im Bienen- und Wespengift fehlt. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung spielt es keine besondere Rolle, welcher Körperteil gestochen wurde. Um einen gesunden 70 kg schweren Menschen durch die Giftwirkung von Hornissenstichen ernsthaft in Lebensgefahr zu bringen, wären (hochgerechnet) weit mehr Hornissenstiche auf einmal erforderlich, als selbst in den größten Hornissenkolonien gleichzeitig an Tieren vorkommen können (im Entwicklungshöhepunkt des Volkes leben bis zu 700 Tiere in dem Nest).


Allergische Reaktion
Bitte auch unsere besondere Hinweisseite "Diagnose und Behandlung" der Insektengiftallergie beachten!

In sehr seltenen Ausnahmefällen (nur bei etwa 2 -3% der Bevölkerung) können Hornissenstiche, wie andere Insektenstiche auch, bei manchen Menschen mitunter allergische Reaktionen auslösen. Diese beginnen mit Nesselsucht, Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle bis hin zur Atemnot; vorsichtshalber sollte man dann sofort einen Arzt kontaktieren.

Gefährdet sind jedoch nur Menschen, die zuvor schon einmal gestochen wurden (Nur etwa jeder Zweite ist in seinem Leben schon einmal von einer Biene oder Wespe gestochen worden). Eine schwere Allergie entwickelt sich erst nach mehreren Stichen, die man von derselben Art erhalten hat. Wer bisher also noch keine unangenehme Begegnung mit Biene, Wespe, Hornisse oder Hummel hatte, kann direkt nach einem erhaltenen ersten Stich somit keine gefährlichen allergischen Reaktionen aufweisen.

Mehr Details hierzu später auf unseren Spezialseiten "Stachel der Hornisse", "Hornissengift - Toxizität, Giftmenge und Wirkung", "Vermeidung und Behandlung von Hymenopterenstichen" und "Insektengiftallergie, Diagnose und Therapie".


NABU

Die NABU-Arbeitsgruppen „Hornissenschutz“ setzen sich für das Überleben der Hornissen ein. Dafür ist es dringend erforderlich, alle natürlichen Nistmöglichkeiten zu erhalten und zusätzlich künstliche Nistmöglichkeiten zu schaffen. Des weiteren zählt Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung zu einem zusätzlichen wichtigen Ansatz im Hornissenschutz.

Aktive Mitarbeit in einer NABU-Hornissenschutzgruppe - machen Sie mit!


WAS KANN DER EINZELNE TUN?

  • Durch Aufklärungsarbeit in der Nachbarschaft und im Bekanntenkreis kann jeder Einzelne dazu beitragen, die unberechtigten Vorurteile gegenüber den vermeintlich gefährlichen Hornissen zu entkräften und die Hornissen richtigerweise als friedfertige Insekten darzustellen

  • Um sich für das Überleben der Hornissen einzusetzen, sollten Nisthilfen für diese Insekten angebracht werden!

  • Auch nachts sind Hornissen noch aktiv. Es kann vorkommen, dass Hornissen zuweilen nächtliche Lichtquellen in Häusern anfliegen, aus deren Bann sie sich dann nicht mehr zu lösen vermögen. Durch Löschen der Lichtquelle finden sie allerdings ihre Orientierung schnell zurück und verlassen dann von selbst den aufgesuchten Ort. Sollte dies einmal nicht geschehen, kann man sie mit einem Glas überstülpen, mit einem untergeschobenen Papier abdecken und nach draußen befördern. Bei regelmäßigen "Besuchen" können die entsprechenden Fenster einfach mit preiswerter Insektenschutz-Gaze verkleidet werden. Hornissen fliegen übrigens noch bei Lichtstärken von 0,01 Lux, die das menschliche Auge bereits als völlige Dunkelheit bezeichnen würde.


Hornissennest an kritischer Stelle im Wohnbereich

Ängstliche oder nicht informierte Bürger, die sich durch Hornissen bedroht fühlen, wenden sich immer wieder an die Feuerwehr oder an eine Schädlingsbekämpfungsfirma, um ein vermeintlich störendes Nest entfernen zu lassen. Bei kritischer Lage genügt oft auch die einfache Absicherung des Nestes, z.B. durch Anbringen von Fliegendraht im Bereich von Gebäuden (zum Innenraum hin), Anlage von einfachen Zäunen und Sichtblenden bei Nestern in der Nähe belebter Plätze (im Umkreis von etwa 4 bis 5m) oder Anbringen von Elektrozäunen zur Fernhaltung von Pferden oder Weidevieh. Bei Nestern in hohlen Bäumen kann die Hauptflugrichtung geändert werden, indem man vorsichtig auf der anderen Stammseite in gleicher Höhe ein neues Einflugloch bohrt und das alte verschließt (hierzu beispielsweise eine örtliche NABU-Gruppe um Rat fragen).

Sollte eine Umsiedlung von Hornissennestern unvermeidlich sein, wenden Sie sich bitte für nähere Informationen an Fachleute:
Flächendeckend existiert ein Netz von Wespenberatern und Umsiedlern in Kommunen, Städten, Landkreisen und Regierungsbezirken. Nach Anfragen bei den örtlichen Naturschutzbehörden oder Fachdiensten bekommen die betroffenen Bürgerinnen und Bürger ausreichend Hilfe angeboten.

Beachten Sie: Die Beseitigung eines an kritischer Stelle befindlichen Nestes darf nicht ohne die Genehmigung der Landschaftsbehörde erfolgen!

Achtung: Nach Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) werden Ordnungswidrigkeiten gegen diese Vorschriften bei vorsätzlichen oder fahrlässigen Verstößen mit bis zu 50.000 EURO Bußgeld geahndet!

Die langjährige praktische Arbeit im Hornissenschutz trägt mittlerweile Früchte: Nahezu in allen Fällen konnten die Betroffenen nach einer entsprechenden Aufklärung von einer Schonung des Hornissenvolkes überzeugt werden!


Wespennest an kritischer Stelle

Auch bei Wespennestern genügt häufig eine einfache Absicherung des Nestes, wie bereits bei Hornissennestern beschrieben. Vor der endgültigen Entfernung eines Wespennestes sollte man erst einmal gründlich darüber nachdenken, ob das Nest nicht doch toleriert werden kann. Denn viele Wespenarten leisten einen wichtigen Beitrag als Nützlinge im Garten, indem sie diverse Schädlinge in großen Mengen an ihren Nachwuchs verfüttern. Sie sind somit - trotz ihres schlechten Rufs - wertvolle Nutztiere für den Menschen! Mit den richtigen Argumenten können Betroffene nach einer entsprechenden Aufklärung meistens von einer Schonung des Wespenvolkes überzeugt werden.

Da wir uns auf dieser Website auf Hornissenschutz fokussieren möchten, finden Sie in dem verlinkten Artikel  weiterführende Informationen und Tipps zum Umgang mit den Tieren:
http://news.immowelt.de/lifestyle/artikel/1785-das-wespennest-tipps-zum-umgang-mit-den-tieren.html


In der Datenbank von www.hymenoptera.de finden Sie Ansprechpartner und Telefonnummern, wo Sie Rat bei Problemen mit Hornissen und anderen Hautflüglern einholen können:


WEITERE QUELLEN

  • NABU – MÜNSTER (2000): Keine Angst vor Hornissen. Die 12seitige, bebilderte Broschüre "Keine Angst vor Hornissen" über den Lebenszyklus der Hornissen wurde 1995 von Konrad Schmidt und Dieter Kosmeier, unter Mitwirkung von Dietrich Schlodder, erstellt, vom NABU-Münster 1996 veröffentlicht und im Jahr 2000 überarbeitet.

  • RIPBERGER, R. & C.-P. HUTTER (1997): Schützt die Hornissen.


Internet: http://www.hornissenschutz.de


Videos:

  • "Wenn Hornissen umziehen" von Robert Ripberger
    (Ein Videofilm über die sachgerechte Umsiedlung von Hornissenvölkern)
    Der Film ist als DVD oder VHS-Kassette zum Preis von € 15,00, einschließlich Mehrwertsteuer und Versandkosten, direkt über Herrn Ripberger zu beziehen. Die Bestellung soll ausschließlich über seine E-Mailadresse r.ripberger@t-online.de erfolgen. Die Lieferung ins Ausland erfolgt nur gegen Vorkasse.

  • "Hornissen - Stars einer Insektenausstellung" von Christian Kutzscher
    Der 26 Minuten lange Film berichtet über die öffentlichkeitswirksame Präsentation von Hornissen in naturkundlichen Ausstellungen. Er zeigt die Ansiedlung eines lebenden Volkes und dessen Entwicklung von seinen Anfängen im Frühjahr bis hin zu seinem Absterben im Herbst. Das Video kann über den Verein "Freunde und Förderer des Deutschen Entomologischen Instituts e.V." zum Preis von 15,00 EURO incl. Versandkosten bezogen werden. Der Schatzmeister nimmt Bestellungen entgegen über Post: Christian Kutzscher, Deutsches Entomologisches Institut im ZALF, Eberswalder Strasse 84,D-15374 Müncheberg, E-Mail: kutzscher@zalf.de, Fon ++49 (0)33432 82 4733 oder Fax ++49 (0)33432 82 4706


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