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- aktualisiert am 31.10.2016 -

Stammbaum der Hornisse und anderer Wespen


Die Erde entstand vor 4,6 Milliarden Jahren. Die ältesten nachweisbaren Gesteine sind Gneisfunde in Kanada, die 4,1 Milliarden Jahre alt sind. Für viele Millionen Jahre änderte sich dann erst mal recht wenig auf unserem Planeten.

Doch dann bildeten sich vor 3,9 Milliarden Jahren erste komplexe organische Verbindungen - die Grundbausteine des Lebens und der späteren Artenvielfalt. Erste primitive Mikroorganismen - Prokaryonten (Bakterien, Achaeen) sowie Stromatolithen -  existierten bereits vor 3,3 Milliarden Jahren.

Im Kambrium vor 542 Millionen Jahren begann das Zeitalter einer rasant wachsenden Artenvielfalt - viele Versteinerungsfunde belegen das.  Aber vor 490 Millionen Jahren führte eine gewaltige Eiszeit zum größten Massensterben in der Erdgeschichte: 95% des Lebens wurde wieder ausgelöscht. Aber bereits vor 485 Millionen Jahren setzt eine Erholung der Meeresfauna ein, in den nächsten Millionen Jahren entwickeln sich in den Biotopen erste echte Pflanzen; Gliederfüßler, Kopffüßler, Hohltiere und Weichtiere sind weit verbreitet.

Heute existieren sogar 99,9 Prozent aller bisherigen Lebensformen nicht mehr! Ein beliebter Scherz unter Paläontologen lautet: "In erster Näherung ist alles Leben ausgestorben." Es mag bisher, seit dem Präkambrium, also seit 550 Millionen Jahren, etwa 30 Milliarden Arten gegeben haben! Für die heutigen Verhältnisse gehen einige Schätzungen von 30 Millionen Lebewesen aus (meist Mikroorganismen und Insekten).

In den letzten Jahren wurden von der Wissenschaft die Daten der "Morgendämmerung des Lebens", wann die ersten Wasserlebewesen an Land gekommen sind, zeitlich dauernd nach hinten korrigiert. Zuerst hatten Forscher angenommen, dass dies in der Silurischen Periode, die vor 440 Millionen Jahren stattfand, passiert sei. Mittlerweile gehen die Wissenschaftler jedoch stark davon aus, dass dies bereits in der kambrischen Periode vor ungefähr 542 Millionen Jahren geschehen ist. Während dieser Zeit waren die Ozeane seicht und warm.

So haben britische und kanadische Forscher  kürzlich nahe des Lake Ontario Spuren sehr früher Landlebewesen entdeckt: Der Euthycarcinoid Heterocrania rhyniensis ist ein Vertreter der insgesamt nur fossil bekannten Arthropodengruppe Euthycacinoidea. Die Tiere besaßen einerseits Merkmale von Krebstieren, als auch von Insekten! Diese Urinsekten oder Urkrebse sollen die ersten Wasserlebewesen sein, die vom Wasser ans Land gekrochen sind (Quelle: New York Times, 4. Juni 02). Der Sandstein, in dem diese Abdrücke gefunden wurden, ist zwischen 480 und 500 Mio. Jahre alt. Die fossilen Urinsekten / Urkrebse hatten einen gepanzertem segmentiertem Körper und lange mehrfach segmentierte Beine. Die Abbildungen sind den Vorstellungen des Zeichners nachempfunden und können im Detail durchaus vom Original der Versteinerungen abweichen.

 Bitte zur Großansicht die Miniaturen anklicken  
Euthycarcinoid (Urkrebs, Urinsekt); Zeichnung: Dieter Kosmeier Euthycarcinoid (Urkrebs, Urinsekt); Zeichnung: Dieter Kosmeier Euthycarcinoid (Urkrebs, Urinsekt); Zeichnung: Dieter Kosmeier

Die noch heute vorkommenden Springschwänze (Collembola) zählen ebenso zu den flügellosen Urinsekten  wie die allseits bekannte Ordnung der Silberfischchen (Zygentoma).

Tausendfüßer gibt es nun schon seit rund 410 Millionen Jahren - sie erschienen bereits im höheren Silur. Das Silur ist ein sehr kurzer Zeitabschnitt, dieser dauerte nur ca. 28 Millionen Jahre (von 438 bis 410 Millionen Jahren). Tausendfüßer waren mit die ersten Landbewohner und sie stellen damit eine sehr urtümliche Tiergruppe dar. Arthropleura mammata beispielsweise lebte vor 310 Millionen Jahren und erreichte gigantische Ausmaße von 2,5 Metern Länge und 50cm Breite. Er war damit der größte Landarthropode, der jemals auf diese Erde lebte. Dieser Räuber war sicherlich in der Lage, Beutetiere bis hin zur Größe eines Rehs zu erlegen. Denn Arthropleura stieg mit zangenähnlichen Klauen und Giftdrüse in den Überlebenskampf ein. So könnte seine damalige Beute - nach Ansicht des Paläontologieprofessors Jörg Schneider von der TU Bergakademie Freiberg - durchaus auch ein krokodilähnlicher Zeitgenosse, nämlich die Amphibie Eryops gewesen sein.

Arthropleura

Vor etwa 400 Millionen Jahren - im Zeitalter Devon - besiedelten die ersten Insekten  das Festland. Sie eroberten ihren Lebensraum also viel früher als die ersten Dinosaurier!

Schon die ersten Fossilien von fliegenden Insekten aus den Karbon, vor rund 360 Millionen Jahren, zeigen Tiere mit voll ausgebildeten beweglichen Flügeln. Mit der Entwicklung funktionstüchtiger Flügel hängen eine Vielzahl morphologischer und physiologischer Veränderungen zusammen. Aus diesem Grund kann zweifelsfrei angenommen werden, dass diese Entwicklung nur einmal im Laufe der Insektenevolution stattgefunden hat. Sehr wahrscheinlich sind also alle Fluginsekten auf eine gemeinsame Stammart zurückzuführen. In den Urwäldern des Karbon waren diese Insekten bereits recht gut verbreitet. Hier lebten die verschiedensten Arten, wie zum Beispiel die Urlibellen (Protodonata). Die älteste bekannte Vertreterin ist Namurotypus sippeli mit "nur" 30cm Flügelspannweite.

Denn zu den inzwischen ausgestorbenen Protodonata gehörten die größten Insekten, die je auf Erden gelebt hatten. Vor 280 Millionen Jahren, im Perm, als subtropische Sumpfwälder aus Riesenschachtelhalm, Siegel- und Schuppenbäumen die Landschaft prägten, ging eine Libelle mit einer Flügelspannweiten von 75cm und einer Körperlängen über 30 cm auf räuberische Jagd: Meganeuropis.

 Fotos: Dieter Kosmeier
Nachbildung der Riesenlibelle in der Ausstellung "Ur-Geziefer" im Naturkundemuseum Stuttgart
Nachbildung der Riesenlibelle in der Ausstellung "Ur-Geziefer" im Naturkundemuseum Stuttgart
Nachbildung der Riesenlibelle in der Ausstellung "Ur-Geziefer" im Naturkundemuseum Stuttgart

Die artenreichste Gruppe des Tierreiches, die mit fast einer halben Million Arten vertretenen Käfer (Coleoptera), ist bereits seit dem Unteren Perm (vor etwa 290 Millionen Jahren) durch Funde von Fossilien belegt.

Zu den Schmetterlingen - mit ca. 150.000 Arten - gab es erste Hinweise auf das Vorkommen mottenähnlicher, mit lanzettartigen Flügeln ausgestatteter Ahnen dieser Tiere aus dem Erdzeitalter der Trias (vor 250 - 205 Mio. Jahren).

Zweiflügler wie Fliegen (Diptera) gibt es ebenso seit der Zeit des Trias (vor 250 Mio. Jahren). Die ersten Hautflügler (Hymenoptera) summten so etwa vor 235 Millionen Jahren durch die Lüfte.

Pflanzenwespen gibt es schon seit der Oberen Trias (vor etwa 220 Mio. Jahren). Die Weibchen der weltweit vorkommenden Pflanzenwespen besitzen einen Legebohrer, mit dessen Hilfe sie die Eier in Pflanzen versenken. Trotz ihres Namens erinnern uns diese Tiere eher nicht an Wespen. Dies liegt an der ihnen fehlenden "Wespentaille", einer Einschnürung des Hinterleibs, die man bei den anderen Wespen erkennen kann.

Vor etwa 200 Millionen Jahren tauchten dann die ersten sozialen Insekten, die Termiten auf. Faltenwespen sind vor etwa 120 Millionen Jahren (ab der unteren Kreidezeit) in Erscheinung getreten. Ebenso gab es nun die ersten Ameisen und Bienen. Nach heutigem Erkenntnisstand der Wissenschaft haben diese drei Insektengruppen gemeinsame Vorfahren, wobei sich wohl die Bienen zuerst abspalteten und die Wespen und Ameisen ein längere gemeinsame Entwicklung durchliefen.

In Utah fanden Wissenschaftler ein fossiles Wespennest der Art Celliforma favosites, dessen Alter auf 100 Mio. Jahre geschätzt wird. Die Entwicklung zum Sozialleben hat bei den Faltenwespen anscheinend bereits in der Kreidezeit stattgefunden.

Die älteste fossile Wespenart, die den Echten Wespen (Vespinae) zugerechnet wird, ist Paleovespa baltica. Gefunden wurde sie als Einschluss in baltischen Bernstein, das Alter des Fossils wird auf etwa 40-50 Mio. Jahre geschätzt.

Mit der enormen Entfaltung von Blütenpflanzen nahm in der Kreidezeit auch die Vielfalt der Insektengruppen und -arten explosionsartig zu, diese Entwicklung durch gegenseitige Beeinflussungen nennen Wissenschaftler Co-Evolution. Gerade die Hautflügler (Hymenoptera) profitierten enorm davon: Noch Heute stellen die Hautflügler mit etwa 11.300 Arten ein Viertel aller Tierarten in Mitteleuropa!


Wussten Sie zum Thema Insekten:

  • Insekten bilden eine der größten Tierfamilien der Erde. Fast jeden Tag entdecken Forscher neue Arten - heute geht man davon aus, dass viel mehr Arten existieren, als man bisher angenommen hatte. Beschrieben sind rund 770.000 Arten. Realistische Schätzungen gehen allerdings von 3-6 Millionen Insektenarten aus; manche Forscher glauben sogar an 15 - 30 Millionen Arten oder ggf. noch mehr! Besonders im Kronenbereich der Regenwälder werden noch sehr viele unbekannte Arten vermutet.
     

  • Ungefähr zehn Trillionen (Zahl 1 plus 19 Nullen) Insekten leben auf diesem Planeten (geschätzt).
     

  • Auf jeden Menschen über 9 Milliarden einzelne Insekten kommen? (geschätzt)
     

  • Insekten zu den anpassungsfähigsten Tiere der Erde. Während andere Tierarten (z.B. Dinosaurier) in vergangenen Epochen kamen und gingen, konnten sich die Insekten immer schnell den klimatischen Veränderungen anpassen und somit überleben. Dadurch erklärt sich auch die immense Vielfalt, die wir heute in der Insektenwelt kennen. Während dieser über die Jahrtausende dauernden Evolution haben viele Insekten ihr Äußeres verändert und weiterentwickelt. Durch ihre große Anpassungsfähigkeit können Insekten nahezu jeden Ort der Erde besiedeln.
     

  • Seit dem Zeitraum der Trias-Periode (vor 230 Millionen Jahre) ist bisher nur eine Ordnung der Insekten ausgestorben! Dies ist einzigartig in der Tierwelt.


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