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- aktualisiert am 31.10.2016 -

Flugaktivitäten der Hornissen im Verlauf von 24 Stunden

Text und Diagramm von Dr. Elmar Billig


Diagramm: Flugaktivitäten der Hornissen im Verlauf von 24 Stunden

In dem oben abgebildeten Diagramm werden die Flugbewegungen am Ausflugloch eines mittelgroßen Hornissennestes dargestellt. Dazu wurde eine Minikamera mit einem integrierten Bewegungssensor am Ausflugloch installiert und so justiert, dass jeder Start und jede Landung mit der Angabe von Datum und genauer Uhrzeit aufgezeichnet wurde. Für das oben abgebildete Diagramm wurden die Messwerte aus einer Aufzeichnungszeit von zehn Tagen gemittelt, um Messfehler weitestgehend ausschließen zu können. Genau genommen dürfte man auch nicht unmittelbar von Starts und Landungen sprechen, sondern von "start- und landeähnlichen Bewegungen" im Erfassungsbereich der Kamera.

Schlaflosigkeit

Schon seit langem ist bekannt, dass Hornissen praktisch niemals in ihrem kurzen Leben schlafen (eine unglaubliche Leistung!). Wir haben jedoch bei kleineren Nestern häufiger beobachten können, dass es vor allen in den sehr frühen Morgenstunden immer wieder zu kurzen "Bewegungsstillständen" im Nest kommt. Dabei halten fast sämtliche Tiere wie auf ein unsichtbares Signal hin an und bewegen sich für eine halbe oder eine Minute praktisch gar nicht - nicht einmal die ansonsten stets aktiven Fühler rühren sich dann. Filmaufnahmen davon sehen eher aus wie der Schnappschuss einer Fotokamera. Danach nimmt der Staat wie auf ein zweites unsichtbares Signal hin seinen normalen Betrieb wieder auf, bis es nach etwa 15 bis 20 Minuten erneut zu diesem Phänomen kommt.

Tageszeitabhängigkeit

Besonders auffällig in dem Diagramm ist, dass es sich dabei scheinbar um eine Kurve mit zwei Gipfeln handelt, die zudem tageszeitabhängig ist. So ist die Aktivität am späten Vormittag / Mittag beinahe doppelt so hoch wie am späten Nachmittag und fast zehn mal höher als morgens zwischen 4 und 5 Uhr.

Temperaturabhängigkeit

Ebenfalls konnten wir feststellen dass die Flugbewegungen an Tagen mit kalter Witterung empfindlich geringer war als an warmen, sonnigen Tagen. (Schwankungen von mehr als 100%!)  Die Erklärung dafür ist bei den Langzeitfilmaufnahmen mehr als deutlich geworden: an kalten Tagen drängen sich Drohne und Arbeiterinnen im Zentrum des Nestes zusammen und kriechen kopfüber in die bereits leeren Waben. Dort erzeugen sie dann mittels Mikrobewegungen ihrer Flugmuskulatur "Bio-Wärme" durch die die Temperatur der angrenzenden Zellen um immerhin bis zu 1,5 °C Grad erhöht wird. Selbst bei Außentemperaturen von weniger als 14°C Grad konnten die Hornissen in Nestzentrum eine fast konstante Temperatur von 29,5°C Grad halten.

Je kälter es draußen ist, desto mehr Wärme müssen die Tiere erzeugen und desto weniger Zeit haben sie für ausgedehnte Jagdflüge. An kalten Tagen können daher erheblich weniger Beuteeinträge in das Nest festgestellt werden als an warmen Tagen.  Vermutlich meiden auch viele Beuteinsekten das kältere Wetter. Die Fütterungsfrequenz der Larven sinkt teilweise um mehr als 50 %.

 


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