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- aktualisiert am 01.03.2014 -

Knopf- bzw. Keulenhornblattwespen
(Gattung Cimbex)


Bei den Knopf- bzw. Keulenhornblattwespen (Cimbiciden) handelt es sich um recht imposant und groß erscheinende Insekten, die vom ungeübten Betrachter schnell mit Hornissen verwechselt werden können. Die Körperform dieser 2 - 3cm langen Tiere wirkt eher gedrungen, das Abdomen ist seitlich ziemlich scharf gekantet. Auffälligstes Merkmal der Gattung Cimbex sind jedoch die meist 7-gliedrigen, knopf- oder keulenförmig verdickten Antennen bei den Imagines, die eine sichere Unterscheidung von den Hornissen sofort ermöglichen.

Die Cimbiciden sind in ganz Europa und in Sibirien verbreitet. Sie treten jedoch überwiegend in sehr niedrigen Populationsdichten auf, und sind somit selten zu beobachten.


>>> Cimbex luteus <<<

Peter Fritzsche sandte uns zu seinen Fotos folgende Zeilen mit:

"Anlässlich einer mehr herpetologisch ausgerichteten Exkursion in den Leipziger Auewald haben wir beigefügtes hornissengroßes Insekt beobachtet. Die Studenten haben es sofort als Hornisse bestimmt. Beim näheren Hinsehen wird natürlich der Irrtum deutlich. Wir haben es dann als Keulenblattwespe eingeordnet, die Flügeläderung weist auf die Gattung Cimbex hin."

Knopf- bzw. Keulenhornblattwespe

Knopf- bzw. Keulenhornblattwespe
 Cimbex luteus; Fotos: Peter Fritzsche

Thomas Rickinger schrieb zu diesen Fotos:

"Die Gattung Cimbicidae (Knopf- bzw. Keulenhornblattwespen) umfasst in Mitteleuropa knapp 20 Arten, unter anderem Cimbex femoratus, Cimbex connatus, Cimbex luteus und Cimbex quadrimaculatus. Von Cimbex femoratus und Cimbex luteus liegen mir Fotos und Beschreibungen vor, wobei erstere Art ausgeschlossen werden kann, da sie überwiegend schwarz gefärbt ist. Es könnte sich dagegen durchaus um Cimbex luteus handeln, obwohl man bedenken muss, dass noch weitere, ähnlich gefärbte, Arten existieren können."


Herr Dr. Taeger vom Deutschen Entomologischen Institut, ein Fachmann für Pflanzenwespen, hat das Insekt anhand der obigen Fotos wie folgt bestimmt:

"Soweit ich es am Foto erkennen kann, handelt es sich hierbei um ein Weibchen von Cimbex luteus (Linné). Obwohl die Tiere sehr groß sind, ist die Determination oft problematisch. Da das Tier aber offensichtlich typisch gefärbt ist, kann die Aussage als ziemlich sicher angesehen werden. Die Larve lebt an Salix und Populus. Der Nachweis ist der erste mir bekannte Beleg der Art aus Sachsen, in der Checkliste für Deutschland wird der Nachweis entsprechend vermerkt (Allerdings soll das nicht heißen, dass die Art neu für Sachsen ist, es gibt mit Sicherheit alte Belege)."

Nachtrag vom 09.08.2005: "Die Gattung Cimbex ist durch eine recht unglückliche Festlegung der Nomenklaturkommission vor etwa 50 Jahren als männlich anzusehen (vorher wurde sie eigentlich immer als weiblich behandelt). Insofern sind die wechselnden Schreibweisen zu erklären. Formal richtig sind: Cimbex connatus, luteus, quadrimaculatus, femoratus und fagi."


Hier noch ein wertvoller Hinweis von Prof. Dr. A. Buschinger: "... dass die Gattung Cimbex, neben Vespa crabro, den Hügel bauenden Waldameisen und "allen Bienenartigen" zu den "besonders geschützten" Arten gehören."


>>> Cimbex fagi <<<

Im Mai 2005 entdeckte Frau Elke Schwarzer nachstehendes Exemplar von Cimbex fagi, einer Hornisse auch von der Seite her sehr ähnlich, im Teutoburger Wald.

Knopf- bzw. Keulenhornblattwespe, Cimbex fagi
 Cimbex fagi; Foto: Elke Schwarzer


>>> Cimbex femoratus <<<

Die "Große Birkenblattwespe" Cimbex femoratus ist in ganz Europa und Sibirien verbreitet. Die grünen Larven gelten als sehr gefräßig und ernähren sich vorwiegend von Birkenblättern.

Ihre Bedeutung als Schädling ist allerdings nur sehr gering, da diese Art selten in höherer Populationsdichte auftritt.

Karl Diewald aus Österreich schickte uns schöne Bilder zur Art Cimbex femoratus. Er schrieb erläuternd dazu: "Beide Bilder aufgenommen am 2. Mai 2005; ca. 18:00h in Wimpassing ad/Leitha (Österreich) Bundesland: Burgenland"

Cimbex femoratus

Cimbex femoratus
 Cimbex femoratus; Fotos: Karl Diewald


>>> Cimbex connatus <<<

Herr Stefan Rölling war so freundlich, uns ein Foto der Larve zu senden, aus der sich die nachstehende Keulenblattwespe Cimbex connatus entwickelte. Fundort: Emder Wall - kein Wald - Tiefebene in Ostfriesland.

Larve einer Cimbex connatus; Foto: Stefan Rölling
 Larve einer Cimbex connatus; Foto: Stefan Rölling

Der Verpuppungsvorgang der Keulenblattwespen-Larven läuft wie folgt ab: Die Altlarven spinnen sich in einen sehr stabilen Kokon ein um zu überwintern. Cimbex-Kokons sind so hart, dass man sie mit einer Nagelschere aufschneiden muss, um sie zu öffnen!

Die Verpuppung erfolgt dann meistens im darauf folgenden Jahr. Altlarven können in ihrem Kokon aber auch  mehrere Jahre überdauern, diesen Vorgang nennt man "überliegen".

Kokon einer Cimbex connatus; Foto: Stefan Rölling
 Kokon einer Cimbex connatus; Foto: Stefan Rölling

Knopf- bzw. Keulenhornblattwespe
 Cimbex connatus; Foto: Stefan Rölling

Stefan Rölling stellte uns auch nachstehendes Foto eines Männchens von Cimbex connatus zur Verfügung. Fundort: Mitte Juli in Ostfriesland. Insgesamt 5 Exemplare flogen immer wieder eine Weide an.

Herr Dr. Taeger vom Deutschen Entomologischen Institut, ein Fachmann für Pflanzenwespen, hat das Insekt anhand des nachstehenden Fotos wie folgt bestimmt: "Eine nochmalige Prüfung des Bildes & Vergleich mit der Sammlung lässt meine Sicherheit steigen, dass es sich um ein Cimbex connatus-Männchen handelt. Die Art lebt allerdings an Alnus. Dass die Tiere um eine Weide flogen, könnte Zufall sein. Die an Salix lebende C. luteus kann man ausschließen. C. femoratus hat immer (?) einen ganz schwarzen Kopf, ist also ebenfalls auszuschließen."

Männchen von Cimbex luteus; Foto: Stefan Rölling
 Männchen von Cimbex luteus; Foto: Stefan Rölling


Weitere Bilder von Keulenhornblattwespen der Art Cimbex luteus stammen von Thomas Warger aus Österreich. Fundort: ca. 1000 m Höhe in einem Kiefernwald.

Knopf- bzw. Keulenhornblattwespe

Knopf- bzw. Keulenhornblattwespe
 Cimbex luteus; Fotos: Thomas Warger

 


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